Christian Gotthilf Salzmann (1744 - 1811)

Christian Gotthilf Salzmann,<br />
Lithographie 18. Jahrhundert<br />
Quelle: de.wikipedia.org
Christian Gotthilf Salzmann,
Lithographie 18. Jahrhundert
Quelle: de.wikipedia.org

Salzmann wurde am 1. Juni 1744 in Sömmerda geboren. Nach Besuch des Lyzeums in Bad Langensalza studierte er von 1761 bis 1764 Theologie in Jena. Nach einem Pfarramt in Rohrborn wurde Salzmann 1772 Pfarrer der Andreaskirche. Seiner pädagogischen Intension folgend ging er 1781 als Religionslehrer an der Dessauer Erziehungsanstalt „Philanthropium“. (Diese Anstalt hatte J. B. Basedow 1774 gegründet.) 1783 begannen die Vorbereitungen für den Aufbau einer Kindererziehungsanstalt in Schnepfenthal. Er leitete Schule und Kinderheim im Thüringer Wald 27 Jahre lang. Salzmann starb am 31. Oktober 1811.

Salzmann – Anwalt der Kinder!
Christian Gotthilf Salzmann war Anwalt der Kinder. Deshalb ist sein pädagogisches Anliegen nicht nur die Erziehung der Schüler, für die er in seiner Reformschule einen neuen Lebens- und Erfahrungsraum schuf, sondern die Selbsterziehung der Erzieher, damit sie die Welt der Kinder mit den Augen der Kinder erschließen lernen. „Lerne die Kinder kennen.“ Aus dieser Aufforderung entwickelte Salzmann die provozierende These: „Von allen Fehlern und Untugenden seiner Zöglinge muss der Erzieher den Grund in sich selbst suchen. Im Verhältnis von Eltern bzw. Erziehern und Kindern beeinflussen beide Seiten sich gegenseitig.“ Viele pädagogische Fragen werden dadurch aufgeworfen, dass die Kinder die Eltern erziehen. „Sonst war es Mode, dass die Kinder den Eltern gehorchen mussten, jetzt gehorchen Eltern dem Kinde.“ Die Grundlage für Salzmanns Überlegungen und Umsetzungen wurde in seiner Zeit als Pfarrer an der Andreaskirche von 1772 bis 1781 gelegt. Das menschliche Elend, das ihm hier begegnete, die fürchterlichen Zustände in den Schulen, für die er zuständig war, prägten ihn und sein Wirken. In Erfurt wurden Salzmann und seiner Ehefrau fünf Kinder geboren. Mit seinen Kindern machte er auch erste pädagogische Erfahrungen. Als Anweisung zu einer „zwar nicht vernünftigen, aber doch modischen Erziehung der Erzieher“ schrieb er in Erfurt sein KREBSBÜCHLEIN, das 1870 auch in Erfurt verlegt wurde.