Lutherplatte

Lutherplatte<br />
Lutherplatte

Am 18. Februar 1546 starb der Reformator Dr. Martin Luther im Alter von 63 Jahren in Eisleben. Er wurde in der Schlosskirche zu Wittenberg beigesetzt. Luthers Landesvater, Kurfürst Johann Friedrich der Großmütige (1503 bis 1554), veranlasste den Guss einer Bronzegrabplatte für die Schlosskirche zu Wittenberg. Den Auftrag erhielt der Erfurter Gießer Heinrich Ciegeler der Jüngere. Der Guss erfolgte 1548 in seiner Werkstatt. Vater und Sohn Heinrich Ciegeler waren erfolgreiche Rotgießer, die Geschütze, Glocken etc. herstellten. Sie hatten von 1499 bis 1556 in Erfurt ihre Werkstatt. Aus seiner Gefangenschaft erkundigte sich der Kurfürst immer wieder nach der Fertigstellung der Platte sowie deren Überführung nach Wittenberg. In Kriegswirren gelangte die Bronzegrabplatte von Erfurt 1549 über Wittenberg und Weimar 1571 in die Michaeliskirche nach Jena. Dort fand sie ihren endgültigen Platz. Ein Abguss der Grabplatte von 1892 befindet sich heute in der Schlosskirche zu Wittenberg.
Holzmodell in der Andreaskirche:
Zur Herstellung eines Bronzegusses ist ein Modell notwendig. Für die Grabplatte Martin Luthers war es ein Holzmodell. Dieses Modell ist erhalten geblieben und befindet sich in der Andreaskirche. Der Schnitzer des Modells ist nicht bekannt. Es könnte ihm ein Musterblatt von Lucas Cranach vorgelegen haben.
Das Holzmodell der Grabplatte befand sich 1726 im Besitz der Erfurter Familie Hornung. Pfingsten 1727 überließ die Haushälterin Kattrina Regina Birreign das Modell der Andreaskirche.

Ältestes Lutherdenkmal
Restaurierungen und auch Veränderungen am Holzmodell wurden 1672, 1727, 1931 und 1981/83 vorgenommen. Das Lutherrelief, Wappen, Rahmenteile einschl. des Schriftbandes sind aus Lindnholz geschnitzt. Bereits Ende des 16. Jahrhunderts wurde eine erste Farbgestaltung des Modells der Grabplatte vorgenommen. Bei der letzten Restaurierung hat man die Farbfassung von 1727 wieder hergestellt.
Das Modell der Grabplatte von MartinLuther in der Andreaskirche ist in seiner heutigen Form das älteste bekannte Lutherdenkmal.